TASKFORCE-ADHS
Seit dem Frühjahr 2025 haben sich mehrere Mitglieder des BVDN und Landessprecher des BVDP zu einer ADHS-Taskforce zusammengeschlossen. In dieser überregionalen Gruppe tauschen sich mehrere psychiatrische und neurologische Kollegen monatlich über dieses sehr wichtige, aber hinsichtlich Diagnostik und Behandlung auch immer wieder sehr kontroverse Thema aus.
Fragen zur Diagnostik
Bei Erstvorstellungen werden aktuell immer häufiger unvollständige oder nicht leitliniengerechte Befundberichte vorgelegt: standardisierte Tests, validierte Interviews und fremdanamnestische Nachweise fehlen oft, ebenso eine systematische Differentialdiagnostik möglicher häufiger Komorbiditäten. Ohne robuste, möglichst ICD basierte Diagnostik ist eine evidenzbasierte Nutzen-Risiko-Abwägung für BTM-pflichtige Medikamente aber nicht möglich, was bei Patientinnen, Patienten und Fachärztinnen sowie Fachärzten regelmäßig zu Frust und auch offenen Konflikten führt. Nicht zuletzt, weil die Patienten oftmals mehrere hundert Euro als Selbstzahler in eine scheinbar gründliche Diagnostik investiert haben.
Aufgaben der ADHS-Taskforce
Die Taskforce erarbeitet daher einerseits Empfehlungen für Berufsverbands-Mitglieder, was eine adäquate Fremddiagnostik zu beinhalten hat. Andererseits soll die Rolle der Fachärztinnen und Fachärzte bei der Gesamtbehandlung gestärkt werden, indem in der eigenen Praxis mehr ADHS-Diagnostik angeboten wird. Geplant sind z.B. gezielte Schulungen zu validierten Verfahren und Empfehlungen zu den Praxisabläufen (bspw. delegierbare Leistungen). Nicht zuletzt braucht es hierfür jedoch auch eine adäquate Darstellung der Diagnostik im EBM, entsprechende Lösungsvorschläge werden daher ebenfalls diskutiert.
Ziel
Ziel ist eine höhere Qualität in Diagnostik und Behandlung sowie eine patientenzentrierte, evidenzbasierte Versorgung.