Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Es ist ja einzusehen, dass gespart werden muss im Gesundheitswesen. Und mir fallen rasch Allokationsprobleme, Bürokratie und möglicherweise überflüssige Termine ein, die bei entlasteten Hausärzten keine kostbaren Facharzttermine belegen würden. Aber leider sind keine mutigen und langfristig wirksamen Ideen im Gesetzesentwurf, sondern rasenmäherartige Kürzungen. Die Politik und die Kassen betonen, dass sie dringend mehr Arzttermine brauchen. Aber es werden Anreize für rasche Termine und (potenziell aufwändige) Neupatienten gestrichen und generell die Regelleistungsvolumina vermindert. Das führt, wie die KBV korrekt ausführt, zu einer Verminderung von Terminen. Denn bei einer strengen Einnahmeorientierung kann die Leistung nicht gehalten werden. Wenn wir aber nur leise grummeln und eventuell unsere Leistung einschränken, dann trifft das nur die Patientinnen und Patienten und die Politik bekommt wenig (oder zu spät) etwas davon mit. Daher der Aufruf: Suchen Sie bitte das Gespräch mit Ihren Bundestagsabgeordneten! Die Handreichung der Berufsverbände ist dafür sehr hilfreich. Im Gespräch sollten wir nicht über unser Einkommen, sondern über die medizinische Versorgung der Wähler reden, die leidet. Hierzu kurze Erfahrung: Von drei kontaktierten Bundestagsabgeordneten konnte ich bisher mit einer MdB sprechen: Es war ein angenehmes und informatives Gespräch, ich hatte das Gefühl, dass zugehört wird und etwas mitgenommen wird. Vorher hatte ich mir vorgenommen, nur einen Punkt zu betonen: Die sinnvolle Steuerungswirkung der TSVG Maßnahmen, mit der neue Patienten eine größere Chance auf einen FA Termin haben. Nach 40 Minuten musste ich mich im vollen Wartezimmer entschuldigen, aber die Patienten zeigten freundliches Verständnis.
Im Gespräch mit der KV sagte uns der Vorsitzende so etwas wie: Wenn es eine Zeit gibt, zu protestieren, dann jetzt! Bitte beteiligen Sie sich! Der Protesttag ist 10.06.2025, hier die Verlautbarung von KV-BaWue und Medi. Nach unserer Meinung ist stiller Protest nicht wirksam, sondern nur wenn über die Medien oder in der Wahrnehmung der Politiker etwas ankommt, dann besteht eine Chance auf Änderung.
Anderes Thema: Extremismus nimmt zu und wird teilweise auch in unseren Praxen spürbar. Daher hat die Uni Ulm eine Fortbildung aufgelegt zum Thema „Extremistische Einstellungen in der ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung – Radikalisierungsprozesse wahrnehmen – einschätzen – handeln“. Die kostenlose Fortbildung startet im Juli 2026. Fortbildungspunkte sind bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg beantragt.Eintragung auf der Interessentenliste und Registrierung: https://heilberufe-extremismus.elearning-gewaltschutz.de/
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